KÜNSTLER:INNEN UND APPS

In deinen eigenen Farben

Wie CORTIS mit GarageBand und Logic Pro Musik machen.

Das Studio ist längst nicht der einzige Ort, an dem neue Musik entsteht. Manchmal beginnt alles mit einer schnell notierten Zeile. Manchmal mit einer Melodie, die einem plötzlich nicht mehr aus dem Kopf geht. Und manchmal nimmt eine Idee ihren Anfang in einem Bild – oder einfach in einem Gefühl.

CORTIS – die fünfköpfige Gruppe bestehend aus MARTIN, JAMES, JUHOON, SEONGHYEON und KEONHO – sind eine „YOUNGCREATORCREW“, die dafür bekannt ist, genau solche Inspirationen in Songs zu verwandeln und daraus schließlich Bühnenperformances zu machen. Bestes Beispiel ist ihre aktuelle EP „GREENGREEN“, bei der jedes Mitglied an Songwriting, Komposition, Choreografie und Videografie beteiligt war.

Hier erzählen sie, auf welche Apps sie setzen, damit der entscheidende kreative Moment nie verloren geht.


Gute Ideen nie verlieren

Für Vordenker MARTIN beginnt der kreative Prozess auf dem iPhone.„Ich schreibe erst mal alles in die Notizen-App. Wenn ich es nicht als Text festhalten kann, nutze ich die Sprachmemos-App, damit die Idee nicht verloren geht.“ JAMES arbeitet ähnlich. „Ich notiere es zuerst und setze es dann um, sobald ich die Gelegenheit dazu habe.“

Es geht nicht darum, perfekt zu sein. Wichtig ist, dieses Gefühl im Moment einzufangen, bevor es wieder verfliegt.
– MARTIN

Für SEONGHYEON liegt die Inspiration im Alltag selbst. „Oft werden Gespräche mit den Mitgliedern, Landschaften auf Reisen oder Gedanken und Gefühle aus dem Studio ganz natürlich Teil der Musik oder eines Konzepts. Während ich arbeite, habe ich die Notizen-App eigentlich immer geöffnet, damit ich Ideen oder Liedtexte sofort festhalten kann.“

JUHOON fügt hinzu, dass beim Demo zu „REDRED“ ursprünglich nur eine einfache Phrase für einen Reim entstand. Daraus entwickelte sich schließlich „green green“ – erst als Kernaussage des Songs und später sogar des ganzen Albums.

Wo die ersten Skizzen entstehen

Sobald eine Idee Form annimmt, greifen CORTIS zu GarageBand. Wie MARTIN erklärt: „Ich konzentriere mich darauf, Ideen schnell festzuhalten. Statt Perfektion hinterherzujagen, geht es eher darum, dieses Gefühl im Moment einzufangen, bevor es wieder verfliegt.“ Für die Gruppe, die auf der Bühne explosive Energie versprüht, sich beim Songwriting jedoch intensiv mit sich selbst auseinandersetzt, ist GarageBand die Leinwand für die ersten Entwürfe einer Idee.

Ich versuche, das Gefühl roh und unverfälscht festzuhalten – auch wenn es noch unfertig ist.
– MARTIN

JAMES liebt besonders das Piano in GarageBand. „Ich nutze es, wenn gerade kein echtes Klavier da ist – zum Beispiel im Ausland oder kurz bevor wir auf die Bühne gehen. Auch fürs Vocal-Training benutze ich es oft.“

SEONGHYEON entdeckt unterdessen immer neue Möglichkeiten mit GarageBand. „Die virtuellen Instrumente sind wirklich gut und super einfach zu bedienen. Das ist praktisch, wenn ich in einem Track Sounds von Instrumenten nutzen will, die ich selbst gar nicht spielen kann.“

KEONHO nutzt GarageBand dagegen oft, um den Kopf freizubekommen – gerade weil er es überallhin mitnehmen kann. „Ich nutze es meistens, wenn ich eine neue Perspektive brauche. Manchmal hilft ein Ortswechsel einfach enorm beim Arbeiten.“


Den Track zusammensetzen

Steht die Skizze, beginnt die eigentliche Produktion in Logic Pro. Leistungsstarke Funktionen stehen sowohl auf dem Mac als auch auf dem iPad zur Verfügung: So erkennt „Chord ID“ automatisch die Akkorde eines Tracks und erleichtert das Feintuning der Harmonie. „Stem Splitter“ hingegen isoliert einzelne Bestandteile wie Gesang oder Instrumente aus einer kombinierten Audiodatei.

JUHOON nutzt diese Tools, um Ideen aus seinem Kopf greifbar zu machen. „Sie helfen ungemein dabei, Inspirationen tatsächlich in Musik zu verwandeln. Und die Art, wie wir mit Apple-Produkten arbeiten, wird manchmal selbst schon zur Inspiration.“

Egal, wo wir sind – wir sind immer CORTIS. Ob wir Musik machen, auf der Bühne stehen oder einfach unser Leben leben: Wir schöpfen aus all dem Inspiration und lassen sie in das einfließen, was wir tun.
– KEONHO

Sogar die erste Zeile von „YOUNGCREATORCREW“ – „Teppanyaki on my Mac“ („Teppanyaki auf meinem Mac“) – entstand aus einem echten Moment heraus. Die Mitglieder arbeiteten gerade gemeinsam an einem Beat auf MARTINs MacBook, als jemand sagte: „Oh, that’s fire“ („Oh, das ist der Hammer“). Aus diesem spontanen Kommentar wurde direkt eine Songzeile.


Bühne frei

Der nächste Schritt ist die Performance – etwas zu erschaffen, das perfekt mit der Musik zusammenpasst. Dafür nutzen CORTIS ein Tool, das immer griffbereit ist und jeden Moment sofort festhalten kann. MARTIN erklärt: „Wir filmen mit dem iPhone und schauen uns das Material anschließend gemeinsam auf dem iPad an.“

JAMES sagt, dass sich ihre Herangehensweise seit dem Debüt verändert habe. „Früher haben wir stärker darauf geachtet, dass ein Song einfach gut klingt. Heute überlegen wir schon beim Entwerfen der Songs und Performances, wie wir auf der Bühne eine Verbindung mit dem Publikum aufbauen.“ Genau so entstand auch die Choreografie zu „TNT“.

Als wir die Choreografie entwickelt haben, ging es darum, wie wir selbst noch mehr Spaß daran haben und dabei auf ganz natürliche Weise mit unseren COER in Verbindung treten können.
– JAMES

JAMES erzählt weiter: „Sogar Moves, die wir eigentlich nur aus Spaß gemacht haben, während wir miteinander rumblödelten, sind am Ende Teil der Choreografie geworden.“ Die fünf entschieden sich bewusst für ihre natürliche Chemie statt für Hochglanz-Perfektion. Und KEONHO malt sich bereits aus, was als Nächstes kommt: „Wenn ich diese Songs höre, sehe ich sofort eine riesige Bühne und eine riesige Menschenmenge vor mir. Ich kann es kaum erwarten, sie live zu performen.“

Und so beschreibt MARTIN schließlich CORTIS: „Ein Team, in dem jede Farbe der einzelnen Mitglieder sichtbar bleibt – und wir trotzdem gemeinsam eine einzige Geschichte erzählen.“ Alles zusammen, jedes einzelne Stück, von Anfang bis Ende – so arbeiten die fünf, und genau das macht die Identität von CORTIS aus.

Von der ersten Zeile in Notizen über die Skizzen in GarageBand bis hin zur Fertigstellung in Logic Pro und schließlich als Performance auf der Bühne – so entstand „GREENGREEN“.

Logic Pro ist auf dem iPad verfügbar.